Motorrad-Reisen und -Touren

Europa 2016

Tag 78 – Applecross

19. September – 350.4 km von Foyers nach Applecross und zurück

Passing PlaceGestern dachte ich ja zuerst, Schottland wäre ja ganz nett anzuschauen. Aber die Strassen seien nicht so der Hit. Aber da war ich auch noch nicht von den Hauptstrassen runter. Was hab ich mich getäuscht.

Nicht für AnfängerStrassen gibt es hier. Unfassbar toll. Grade die Schleife oben im Nordwesten auf der Karte gehört seit heute absolut zu meinen Lieblingsstrassen: Einspurig mit regelmässigen Passing Places an denen zwei Fahrzeuge nebeneinander passen. Bis auf über 500m Höhe in wenigen Kilometern mit spektakulären Aussichten. Die reinste Achterbahn mit Steigungen und Gefällen, die sich abwechseln. Es wird vor Hidden Dips und Blind Summits gewarnt. Nicht umsonst wird auch davor gewarnt,  dass die Strasse nicht für Anfänger geeignet sei. Aber bin ich ja glücklicherweise auch nicht.

Eigentlich finde ich es sackgefährlich, so eine Strasse in beide Richtungen befahrbar zu machen. Aber das ist wohl hier kein Problem.

Steckdosen im Badezimmer dagegen sind so gefährlich, dass sie verboten sind.

Summa summarum ein rundum gelungener Tag und ich sage meiner Gastgeberin an dieser Stelle ein dickes Dankeschön 🙂

 

[Edit, 20.9.216, km korrigiert]

 

Tag 77 – Highlands

18. September – 489.3 km von Newcastle nach Foyers

Der Linksverkehr ist erstmal sehr gewöhnungsbedürftig. Ich fühle mich ein wenig wie ein Fahranfänger und im allerersten Kreisverkehr erschrecke ich ganz ordentlich, als mir ein Fahrzeug aus der ‚falschen‘ Richtung entgegenkommt. Aber man gewöhnt sich schnell dran. Am erstaunlichsten fand ich, dass es nach ein paar Kilometern schon ganz von selbst und ohne Nachdenken an einer Kreuzung erst nach rechts, und dann erst nach links zu gucke. Nur an komplizierten Kreuzungssituationen bin ich zunächst noch etwas verloren. Aber auch das legt sich. Ebenso gewöhne nich ich wieder schnell an Geschwindigkeiten und Entfernungen, die in Miles (per hour) und Yards gemessen werden.

Schottische GrenzeDie Schottische Grenze ist tatsächlich eine Grenze und mir wird erstmal bewusst, dass das mit Grossbritannien, England, Schottland und Wales viel näher am Konstrukt der EU mit den einzelnen Ländern als an einem Land mit Bundesländern ist. Jetzt kann ich mich über den Brexit gleich noch mehr amüsieren.

In Schottland ist das Gras grünerIrgendwie ist das Gras in Schottland auch grüner, als das in England. Aber das mag natürlich täuschen. Liegt bestimmt nur am Licht.

Schottischer HofDie Schotten sind mir gleich sympathisch. In einer Kolonne hinter einem langsamen LKW passiert mir etwas, das habe ich noch nie erlebt: Autos in der Kolonne ziehen auf meiner Spur zur Seite, damit ich trotz des Gegenverkehrs überholen kann.

Und dann in die Highlands. Die Vegatation ist ein wenig wie am Nordkapp. Flechten und Gräser, wenig Bäume. Ab und an ein Hof. Viel Wind. Nur hügeliger ist es. Aber sehr, sehr hübsch anzuschauen. Ich mag das.

Highlands

[Edit 19.9.2016: Rechtschreibkorrekturen]

Tag 76 – Eine Seefahrt die ist lustig

17. September – 386 km von Berne nach Ijmuiden

Heute gehts per Fähre vom Festland Richtung Großbritannien und danach nach Schottland in die Highlands zum Loch Ness. Eigentlich wollte ich die Tour ja komplett auf dem Landweg machen. Aber da der Abstecher nach Schottland quasi ‚on top‘ ist (liegt ja auf dem Weg), kann ich das mit meinem Gewissen sehr gut vereinbaren, dafür nicht selbst zu fahren. Wäre ja auch schlecht möglich. UK ist halt doch eine Insel.

Damit es auch garantiert keine Chance gibt, dass ich die Fähre nach Newcastle verpasse, entscheide ich mich für Autobahn. Eine Stunde Reserve habe ist im Gepäck. Von daher war das Aufregendste heute der Stau, der mich trotz stauverkürzender Massnahmen fast 40 Minuten gekostet hat. Dazu die Umleitung in den Niederlanden, die mir weitere 10 Minuten Verzögerung verpasst. Aber es hat gereicht und ich bin just in time.

Lästig ist die Erkältung, die ich mir eingefangen habe. Hoffe mal, dass die bald wieder weg ist.

Princess SeawaysPrincess SeawaysDie Fähre hatte ich mit http://www.directferries.de/ gebucht. War ja ein wenig skeptisch, ob das so alles funktioniert, aber war TipTop. Einwandfrei und keine Probleme. Das Schiff ist um Klassen besser, als das, was ich letztes Jahr nach Sardinien hatte. Das fängt schon bei der Auffahrt auf die Fähre an und geht beim Einchecken weiter.

Abendessen hatte ich gleich mit gebucht. Weil ich eh nichts Besseres zu tun hatte, habe ich mich durchs Buffet gefuttert. So schlimm kann die Erkältung nicht sein. Essen hat super geschmeckt und war wesentlich besser, als ich erwartet hätte. Sogar richtig gut. Nur der Nachtisch, der kam aus der Retorte. Aber das hat dem Ganzen keinen Abbruch getan.

Der einzige kleine Wehrmutstropfen: Ich hab ‚den Säugling‘ in der Kabine nebenan. Und er macht sich lautstark bemerkbar, so dass ich jedes Quäken und Füssestrampeln durch die dünne Kabinenwand hören kann. Mal sehen, wie gut meine Ohrstöpsel sind und ob ich genügend Schlaf bekomme, um die Erkältung in Schach zu halten.

Dafür habe ich die Zweierkabine für mich alleine. Auch nett.

Tag 75 – Halbzeit

0 km mit dem Mopped, immer noch in Berne

Heute ist der Tag, an dem die Hälfte der Reise noch vor mir liegt. Bei all dem, was ich schon erlebt habe, kommt mir das unglaublich vor. Ein wenig Statistik:

  • Über 15’000 km
  • Fast zwei Sätze Reifen aufgebraucht
  • Unzählige Fast-Unfälle durch unvorsichtige Auto- und LKW-Fahrer
  • 1 mal Reifen platt
  • 1 Fast-Demolage des Moppeds durch Unwetter
  • 1 defektes Navi
  • 0 sonstige Defekte am Mopped
  • 1 mal Inspektion in der nördlichsten BMW Werkstatt der Welt
  • Temperaturen von 5 – 38 °C
  • Viele tolle Übernachtungsmöglichkeiten
  • Ein paar so richtig schlechte Übernachtungen
  • 1 neues Lieblingsrestaurant/Pension in Norwegen (link zu Trasti und Trine)
  • 1 neuen Lieblingscampingplatz in Litauen (Link zum Post)
  • 1 neue Lieblingsstelle zum ‚wild‘ Campen in Finnland
  • Keine schlechten Erfahrungen mit Kriminalität oder anderen Menschen, die mir Böses wollen
  • Nichts, was ich an Equipment vergessen hätte oder vermissen würde
  • 25 Grenzübertritte
  • 22 verschiedene Länder
  • Über 5’509 Fotos
  • Davon über 1’000, die ich mir als Favoriten für die Tour gemerkt habe
  • 1 Lieblingsfoto (Bild)
  • 344 GB GoPro Videos
  • Jede Menge Eindrücke, die mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben werden
  • Wieder einmal die Erkenntnis, dass die Welt schön ist

Tag 74 – Entspannen im Arboretum

15. September – 0 km mit dem Mopped

Heute war Entspannen angesagt. Einfach mal nichts tun und Natur geniessen.

Bin seit 12 Jahren das erste Mal wieder im Arboretum Neuenkoop und nachhaltig beeindruckt. Hier wurde echt was auf die Beine gestellt und ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus.  Da kann man die Seele baumeln lassen und einfach nur geniessen.

Erstaunlich, wie viele exotische Pflanzen in Deutschland wachsen. Da sind einige dabei, von denen hätte ich im Leben nicht gedacht, dass sie die hiesigen Winter übestehen. Ist aber wie beim Snowboard-Unterricht: Geländewahl ist das A und O des Erfolgs.

Fun-Fact des Tages: Die Kastanie ist gar kein einheimischer Baum. Er wurde von den Eiszeiten hier ausgelöscht und erst nach 1492 wieder eingeführt. Wer hätte das gedacht?

Wer übrigens einen Job sucht: Hier wird Hilfe gebraucht. Einfach mal dort melden.

Tag 73 – Deutschland

14. September – 317,9 km von Harrislee nach Berne

Am Morgen die ‚Überraschung‘: Die Fernbedienung der GoPro ist wieder tot und lässt sich auch am Rechner nicht zum Leben erwecken. Na das hat ja nicht lange gedauert. Das Gute: Beim Anschliessen ans externe 2A Ladegerät erschrikt sie sich und fängt an zu laden. Also den Support nochmal angemailt. Weil ich ja weiss, dass die etwas unter Last sind gleich hinterher telefoniert damit ich die Chance auf einen Austausch habe, solange ich in Deutschland unterwegs bin und einigermassen fixe Stationen habe. Und siehe da: Wird auf Garantie ausgetauscht. Zumindest sagen sie das. Ob das jetzt wirklich klappt, da lasse ich mich mal überraschen.

Deutschland zeigt sich erstmal von seiner besten Seite mit leeren Landstrassen die richtig Spass machen. Die Strecke ist wieder unter Vermeidung von Autobahnen geplant und führt mich durch Hamburg. Gute Idee, dachte ich erst. Kann ich mir die Stadt zumindest vom Mopped aus angucken. Aber ich hatte total verdrängt, wie furchtbar das für mich ist, mich durch eine Stadt im Stadtverkehr zu quälen. Dass es 31°C im Schatten ist, macht die Sache nicht besser. Daher lieber doch auf die Autobahn und schnellstmögilch da durch. So kühlt wenigstens der Fahrtwind ein wenig. Nach Hamburg gehts wieder richtig schön weiter.

An einem Waldweg mache ich Pause als auf der anderen Strassenseite ein Pferd von seiner ‚Reiterin‘ am Halfter durch den Wald geführt wird. Offensichtlich errege ich die Aufmerksamkeit des Pferdes. Es will unbedingt die Strasse überqueren, um zu sehen, was denn da so auf zwei Rädern steht. Die beiden kommen rüber, das Pferd überzeugt sich davon, dass das Mopped weder ess- noch besteigbar ist und die beiden ziehen über die Strasse wieder von dannen. Sowas ist mir auch noch nicht passiert.

Und wieder eine Supermarkterfahrung mit nicht tagestauglichen Packungen gemacht. Bei Lidl gibt es nicht ‚1 Eis‘. Man muss immer eine ganze Packung kaufen. Dafür gibts Erdnüsse und zu meinem Eis bin ich dann beim Edeka gleich gegenüber gekommen 🙂

 

Tag 72 – Brücken

13. September – 321 km von Kopenhagen nach Harrislee

Gestern Abend habe ich festgestellt, dass mein Schlafsack hinüber ist. Die obere Daunenschicht ist eindeutig nicht mehr wirklich vorhanden. Habe ihn wohl zu früh und noch zu feucht eingepackt und ihn vorher nicht trocken genug bekommen. Der ist hin und da muss wohl ein neuer her.

Das Higlight des Tages dann heute war definitiv die Storebaelt-Brücke. Das Bauwerk mit einer Gesamtlänge von über 16 km und den mächtigen 254 m hohen Pylonen ist schon sehr beeindruckend.Storebaelt-Brücke

Storebaelt-Brücke

Nicht, dass jetzt jemand auf die Idee kommt, ich hätte während der Fahrt fotografiert. Das würd ich ja nie tun. Die Fotos macht die GoPro zusätzlich zum Video, wenn man das einstellt.

Ansonsten war der Tag recht ereignislos. So ereignislos, dass ich zwischendurch sogar freiwillig auf die Autobahn ausgewichen bin. Die Landstrasse war einfach zu voll und zu viele Orte hintereinander. Das war weder spassig, noch interessant. Die Orte waren nämlich auch nicht so spannend.

Immerhin habe ich genügend Informationen gesammelt, damit ich die Länderseite Dänemark zusammenstellen konnte.

Es tauchen aber auf dem Land immer wieder Kirchen in diesem Baustil wie unten auf. Super-akkurat, blitzeblank und picobello. Sieht aus, wie aus einer Spielzeugeisenbahn geklaut. Inklusive des dazugehörigen Friedhofs, der genau so akkurat dahin gestellt und gepflegt wurde.

Vemmelev Kirke

Tag 71 – Dänemark

12. September – 455.1 km von Mullsjö nach Kopenhagen

Der Weg nach Süden bringt so einige Veränderungen mit sich. Der Verkehr wird wieder deutlich dichter und die Autofahrer weniger entspannt. Dicht ist in dem Falle allerdings relativ. Wenn man von Lappland runter kommt, dann ist eine nach deutschen oder schweizer Verhältnissen wenig bis mässig befahrene Landstrasse schon ganz schön dichter Verkehr. Das führt auch dazu, dass die auf die Hauptstrasse einbiegenden Fahrzeuge deutlich flotter reinziehen als weiter im Norden. Immer noch viel weniger flott als bei uns. Aber schon so flott, dass ich manchmal denke Oha, der hats aber eilig.

Dann ist der Herbst hier noch lange nicht so weit wie oben. Während in Lappland schon Vorwinter war, ist hier noch nichtmal Nachherbst.

Es wird auch sehr deutlich früher dunkel. Ich schreibe das ca. um halb neun und es ist schon fast stockfinster. Da muss ich mich erst wieder dran gewöhnen. Und das wird nicht besser, je weiter nach Süden ich kommen werde.

Und die Temperaturen sind unfassbar. Das ging heute Ruck-Zuck auf fast 27 °C hoch. So Ruck-Zuck, dass ich mit dem Ausziehen gar nicht nachgekommen bin und heute Abend immer noch die Regen-Inlays unten drunter hatte.

Es gibt auch deutlich mehr Moppedfahrer. Man kommt aus dem Grüssen gar nicht mehr raus. Das waren gestern und heute so viele, wie die ganzen letzten Wochen nicht mehr.

Und die GoPro Fernbedienung hat sich auf wundersame Weise regeneriert. Vor ca. 5 Tagen habe ich nochmal einen Versuch mit Laden und lange auf On drücken gemacht:  Sie ist und bleibt tot. Heute habe ich dann mal beim Support angerufen, der sich erstmal für die Wartezeit entschuldigt hat. Es wäre im Moment so viel los. Schön und gut, aber dann sollten sie in der Standardantwort nicht schreiben, dass es 1-2 Tage dauert. However: Der ist erstmal das Standard-Fehlerfindungsprogramm mit mir duchgegangen und ich dachte ich spinne, als das Dinge plötzlich anfängt zu laden, als ich es an den Rechner stecke. Da habe ich heute wieder ein paar Dinge gelernt:

  1. 8 Sekunden auf den Power-Button drücken, dann sollte die Remote einen Reset machen. Warum das in der Bedienungsanleitung nicht steht, ist mir zwar ein Rätsel, aber sowas in der Richtung dachte ich mir schon und habs natürlich vorab schon probiert
  2. Es scheint neben An, Aus und Reset noch einen weiteren Modus zu geben: Deep-Reset. Der tritt wohl dann ein, wenn die Batterie so wirklich und komplett entladen ist. Ich vermute, das ist nach den paar Tagen dann der Fall gewesen und schwupps, geht sie wieder.  Hat wohl den gleichen Effekt wie Batterien rausnehmen. Nur dass man die Batterien eben nicht rausnehmen kann
  3. Die Überraschung des Tages: Sollte die ein GoPro Teil im Rahmen des Gebrauchs auf Reisen ein Garantieproblem haben, ist man im A…. Denn für den Garantieaustausch muss man sich 10 – 15 Tage am selben Ort befinden. Einsenden vom einen und Ersatzgerät empfangen am anderen Ort geht nicht im GoPro Universum. Gelinde gesagt finde ich das erstaunlich für ein Gerät, dass für den Gebrauch auf Reisen hergestellt wurde. Zu Hause auf der Couch mache ich wohl keine Extremsportarten, die den Einsatz einer Action Cam rechtfertigen. Und ich bitte die Leser sich jetzt jeglichen Kommentaren anzüglicher Art zu enthalten 😉

Zum Abschluss von Schweden nochmal ein Seen-Bild, das mir gestern über den Weg gelaufen ist. Da konnte ich mal wieder nicht anders und musste anhalten.

Östra See

 

Tag 70 – Elche


11. September – 299.5 km von Ekshärad nach Mullsjö

Heute morgen war ich viel zu früh im Elch Park. Eine Stunde vor Beginn. Aber besser zu früh, als zu spät.

Ich bin sehr froh, dass ich mir die Elche angeschaut hab, auch wenn das jetzt ein wenig mehr Fahrerei die kommenden Tage bringt. Das war ein Erlebnis hin vielerlei Hinsicht und jeder der hier mal in der Gegend ist, sollte definitiv mal zu einem Park hingehen. Wie Erik vorgestern schon kommentiert hat: Eine Übersicht der Parks gibt es unter ttp://www.sverigesalgparker.se.

Die Tour fing pünktlich an und bestand im Groben aus zwei Teilen:

  1. Mit den Tieren in hinterm Zaun bekannt werden und sie mit Äpfeln füttern
  2. Ins Gehege rein

Habe sehr viel gelernt über Tierbeobachung allgemein und über Elche speziell. Das ganze war unglaublich gut und locker präsentiert und man merkte den beiden Guides an, dass Spass und Ahnung haben, an und von dem was sie da tun.

Ein paar Fun-Facts über Elche

  • Elchkühe können zur Verteidigung ihrer Jungen ihre vier Beine  360° sehr geschwind einsetzen und damit treten wenn’s sein muss.  Wenn sie das tun, dann nehmen sie es auch mit einem Rudel Wölfe oder nem Bären auf. 4 Wölfe in einer Sekunde zu erledigen soll wohl kein Problem sein
  • Elche sind gute Schwimmer
  • Sie können bis zu 6m tief tauchen und können ihre Nüstern dazu verschliessen
  • Sie können bis zu 2.50m aus dem Stand heraus springen
  • Ein Elchbulle ist mit ca. 12 Jahren in der Blüte seines Lebens und kann dann ein Geweih von bis zu 2m Durchmesser bekommen
  • Das Geweih wird jedes Jahr abgestossen und neu gebildet. Es ist eines der am schnellsten wachsenden Geweihe überhaupt mit bis zu 3cm pro Tag
  • Es ist erst mit einem pelzartigen Überzug (Bast) versehen der gut durchblutet ist und zur Brunftzeit abgestossen wird. Das kann man auf den Bildern gut sehen. Das sind die ‚Zottel‘, die er Bulle am Geweih hängen hat. Gestern nämlich noch war das Geweih komplett mit dem Bast überzogen

Elchkühen mit Jungen sollte man besser ganz weit aus dem Weg gehen. Wer will es schon mit einer Karate kämpfenden, springenden, tauchenden und schwimmenden 400 kg Elchkuh aufnehmen?

Insgesamt haben wir heute einen guten Überblick über verschiedene Altersttufen bekommen und gesehen:

  • Elchkuh mit Jungen (je 9 Monate)
  • Elchkuh mit Jungen (je 1 Woche)
  • Elchbulle 1 Jahr
  • Elchbulle, der grade sein Geweih vom Bast befreit

Die vier sieht man alle auf den Bildern

[Edit: 12.9.2016: Link zum Park eingefügt]

Tag 69 – Zur Elchfarm

10. September – 172.4 km von Mora nach Ekshärad

Ich konnte doch irgendwie nicht an den Elchen vorbei. Daher ist die Strecke heute sehr kurz und es ging zur Moose World nach Ekshärad.

Die Tour ist um diese Jahreszeit ausschliesslich Sonntags um 11, also morgen.  Ich war wegen der kurzen Strecke schon früh am Campingplatz. Das Schöne um diese Jahreszeit: Falls man einen Platz findet, der noch offen hat, ist man fast alleine. Nur ein weiteres Wohnmobil und eine Hütte sind vermietet und ich konnte mich super ausbreiten.

Und es war noch genug Zeit, die Packliste endlich mal zu schreiben, die mir schon lange im Kopf rumgeht.

Danach noch kurz zum Supermarkt. Und mal wieder festgestellt, dass es ganz schön schwierig ist hier oben Portionen einzukaufen, die für einmal Kochen für eine Person klein genug sind. Aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg.