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Tag 19 – Endlich Rumänien

22. Juli – 343.9 km von Russe, BG nach Jurilovca, RO

Schöne blaue DonauDer Tag an der schönen Blauen Donau in Russe fing mit einem grandiosen Blick aus dem Fenster an. Gleich auf der anderen Seite ist schon Rumänien. Das hab ich mir aber noch für später aufbewahrt.  Allerdings nach dem Losfahren zu spät gemerkt, dass ich in nem Kreisverkehr falsch abgebogen bin und schwupps, vor der Grenze stand. Mittlerweile zolle ich Grenzenm nicht mehr ganz den ihnen gebührenden Respekt. Da ich ausserdem schon ein paar Tage hier unten bin, gilt dasselbe für Verkehrsregeln (also Verkehrsempfehlungen). Da ich noch nicht nach Rumänien wollte, also in der Einbahn-Warteschlangen-Spur gewendet und gegen die eigentlich vorgesehene Fahrtrichtung wieder rausgefahren.  Hat sich keiner dran gestört. Ich mich auch nicht.

Apropos Verkehrsregeln: Mir ist aufgefallen, dass es bisher nicht einmal in Serbien, Mazedonien oder Bulgarien zu einer in Deutschland so typischen „Ich fahr den Moppedfahrer über den Haufen“-Situation gekommen ist. Mag sein, dass das daran liegt, dass hier eh jeder kreativ fährt. Oder dass mich das Sonnenblumenfeldeinfach nicht mehr stört, wenn etwas Unerwartetes passiert. Weil ich rechne ja damit, dass es passiert. Auf jeden Fall interessantes Gefühl.

Bulgarien enstlässt mich mit der Fahrt durch schier endlos scheinende Sonnenblumenfelder. Gibts ja bei uns auch nicht so häufig. Sieht aber klasse aus, wenn die alle gleich Richtung Sonne ausgerichtet sind.

Um halb eins erreiche ich dann die rumänische Grenze. Und warte. Und warte. In der prallen Sonne. Zu Glück steht vor mir ein LKW, der mir Schatten spendet — und dessen Fahrer sich auch aufregt, dass das an der rumänischen Grenze immer so lange dauert. Ich hab zwar kein Wort verstanden, aber das war eindeutig. Zur Belohnung bekomme ich nach der Überquerung der Grenze gleich erstmal einen kleinen Jungen auf den Schoss gesetzt. Das ist nicht etwa Tradition hier, sondern dessen Eltern wollten unbedingt ein Foto mit ihm und mit mir auf dem Mopped haben. Ich hab natürlich gerne zugestimmt. Passiert ja auch schliesslich nicht an jeder Grenze und fand ich irgendwie knuffig.

Lost PlacesAuch heute mal wieder einen spontanen Zwischenstopp an einem „Lost Place“ eingelegt. Ich vermute, das war mal irgendwas mit Grenze und LKW-Überwachung. Rausbekommen habe ich das aber nicht.

Ansonsten bin ich überrascht, wie gut die Strassen sind. Und wie hübsch es hier ist. Viel Land. Viel Grün. Viel Landwirtschaft. Ich hatte mir ein wenig etwas anderes vorgestellt. Mehr so wie im zweiten Teil vom Video. Aber das war nur eine kurze Verbindungsstrasse von ein paar Kilometern.

Die Kamikazevögel, die mir in Bulgarien schon aufgefallen sind, gibt es hier allerdings auch. Schonmal jemand gemerkt, dass sich in DE und CH die Vögel von der Strasse fernhalten? Mir bisher noch nicht. Erst jetzt. Weil hier tun sie das nämlich nicht und fliegen kreuz und quer vor einem auf der Strasse rum und liefern sich Wettrennen mit den KFZ. Noch andere seltsame Vögel habe ich mal im Video unten zusammen geschnitten.

Ich habe übrigens aufgehört in Rumänien die Pferdefuhrwerke zu zählen. Die sind überall. Ungelogen. Ich habe irgendwann auch aufgehört, auf den Auslöser zu drücken. Da könnt ich mich ja dran halten.

Gelandet bin ich letztlich in Jurilovca in der schnuckligen Pensiunea Milică. Die war zwar ein wenig teurer als das heutige Hotel-Schnäppchen. Aber da sie privat betrieben wird erhoffte ich mir ein wenig mehr „Land & Leute“ als in einem anonymen Hotel. Und ich wurde nicht enttäuscht: Unglaublich nette Gastgeber, lokales Essen gleich vor Ort und das auch noch sehr lecker. Bin nur froh, dass ich alleine unterwegs bin, ansonsten könnte die Knoblauchfahne, glaub ich, keiner aushalten. Ich grusel mich ja schon jetzt vor mir selbst. Und weils so schön ist habe ich spontan eine Nacht verlängert und morgen früh gehts dann von hier aus per Boot ins Donau-Delta.

Und hier noch der Tag im Schnelldurchlauf per Video. Das Pferd steht übrigens an einer Tankstelle ;-). Im letzten Teil habe ich mal bei einem der typisch-sozialistischen Ortseingangs-„Tafeln“ halt gemacht. Stehen überall rum und sehen teils ziemlich verfallen aus. Gibts auch in Statue, Monument oder ähnlichen denkmal-artigen Bauwerken.

 

 

 

 

 

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